Unter welchen Versorgungsformen können QuartierbetreiberInnen auswählen?

Wenn man eine organisierte Unterkunft in Österreich führen will, muss man entscheiden, welche Leistungen man anbietet. Vom Umfang der Versorgungsleistung hängt einerseits die Verantwortung gegenüber den BewohnerInnen und andererseits die Höhe des Entgelts ab. Daher sollte man grundsätzlich überlegen, welche der drei Versorgungsformen man wählt:

  • In der Vollversorgung erhalten BewohnerInnen täglich drei vollwertige Mahlzeiten. Auch die notwendigen Hygieneartikel werden hier von den QuartiergeberInnen bereitgestellt. Der Betreuungsaufwand ist in der Vollversorgung daher am höchsten.
  • In der Teilversorgung werden die BewohnerInnen mit Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel versorgt. Sie kochen jedoch selbstständig. Daher ist eine Küche (je 10 BewohnerInnen) erforderlich.
  • In der Selbstversorgung verpflegen sich die BewohnerInnen selbstständig über ein Versorgungsgeld von bis zu 5,50 € pro Tag. QuartierbetreiberInnen stellen die Infrastruktur (z.B. Küchen) für die Selbstversorgung zur Verfügung. Weitere Versorgungsleistungen sind hier nicht erforderlich.

Die Entscheidung der Versorgungsleistung sollte sich somit daran orientieren, welches Angebot man garantieren kann. Einer Gastwirtschaft wird es zum Beispiel leichter fallen drei Mahlzeiten am Tag anzubieten (Vollversorgung), als für je 10 Personen eine Küche einzurichten (Teil-, Selbstversorgung). Bei der Umfunktionierung eines Wohnhauses in eine Flüchtlingsunterkunft verhält es sich vermutlich anders. Hier wären vermutlich die erforderlichen Küchen für die Selbstversorgung bereits vorhanden, während eine Vollversorgung aller BewohnerInnen ohne Großküche schwieriger wäre.

Da nicht jede Versorgungsform in jedem Bundesland gewählt werden kann, sollte man sich zuvor bei der zuständigen Grundversorgungsstelle informieren. Zum Beispiel kann man sich in Niederösterreich nur zwischen der Vollversorgung und der Selbstversorgung entscheiden.